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  • Warum sollten Gefühle nicht weggedrückt, ignoriert oder geleugnet werden?
    Im Alltag passiert es schnell, dass wir unangenehme Gefühle bei uns oder anderen wegdrücken, ignorieren oder sogar leugnen. Wenn wir Kindern beispielsweise vermitteln: „Du hast keinen Grund traurig zu sein“, „Schluck die Wut einfach runter“, „Reiß dich zusammen“, dann signalisieren wir, dass diese Gefühle nicht erwünscht sind. Das wiederum kann dazu führen, dass Menschen genau mit solchen Gefühlen Probleme bekommen, da sie keinen gesunden Umgang mit ihnen gelernt haben.
  • Warum sollten wir mit Kindern von Anfang an bewusst über alle Gefühle sprechen?
    Studien zeigen, dass die Fähigkeit, Gefühle angemessen auszudrücken, eine wichtige Rolle bei der Förderung des schulischen, beruflichen und privaten Erfolgs spielt. Je präziser wir ein Gefühl benennen können, desto klarer und einfacher können wir unsere Gefühle auch regulieren. Durch das spielerische Training des Gefühlswortschatzes kann Leistungsdruck und Beziehungsproblemen vorgebeugt werden. Zahlreiche Studien legen nahe, dass das Risiko wächst, psychisch krank zu werden, wenn wir nicht gelernt haben, unsere Gefühle auszudrücken. Die Fähigkeit, schwierige Gefühle mit anderen zu teilen, führt zu Stressreduktion und langfristiger Verbesserung der Stimmung. Wenn Eltern in der Lage sind, ihre Gefühle auszudrücken, haben Eltern und Kinder einen lebendigeren und warmherzigeren Umgang miteinander.
  • Warum macht es Sinn, Gefühle wissenschaftlich zu betrachten?
    Studien zeigen, dass es wichtig ist, das ganze Gefühlsspektrum wahrzunehmen und Gefühle als Informationen zu verstehen, aus denen wir lernen können: Gefühle also nicht wegdrücken, ignorieren oder leugnen. Denn Emotionen beeinflussen fast alles, was wir tun. Und weil sie für alles, was wir tun, und für jeden Menschen, mit dem wir interagieren, von Bedeutung sind, ist es wichtig, sie mit Interesse und Neugier zu behandeln und eher wie ein Wissenschaftler, eine Wissenschaftlerin auf sie zu schauen. Es ist also wirklich wichtig, innezuhalten, zu beobachten, Fragen zu stellen und unsere eigenen Gefühle und die der anderen zu verstehen.
  • Warum kommt es auch darauf an, wie wir über uns selbst denken – und reden?
    Menschen, die offen und neugierig auf ihre Gefühle reagieren, wählen häufiger Strategien, die ihrem Wohlbefinden dienen. Menschen dagegen, die ihren Gefühlen keine Berechtigung geben, erleben sich in vielen Situationen als resigniert und hilflos. Ziel sollte daher eine Offenheit gegenüber unserem ganzen Gefühlsspektrum sein.
  • Warum ist es wichtig, dass Eltern selbst über ihre Gefühle sprechen können?
    Selbst über ihre Gefühle sprechen zu können ist für Eltern aus verschiedenen Gründen von Bedeutung: Nehmen wir unsere Vorbildfunktion wahr: Kinder spiegeln unseren eigenen Umgang mit Emotionen wider – ob wir es wollen oder nicht. Zu vermeiden ist das „Nahelegen“ von Gefühlen; stattdessen die richtigen, offenen Fragen stellen und „sanfte Akzeptanz” praktizieren (z.B. „Welches Wort trifft dein Gefühl gerade am besten?“, „Was hat das Gefühl ausgelöst?, „Was brauchst du jetzt?"). Gefühlsvokabular und Regulationsstrategien bei sich selbst und den Kindern fördern und gemeinsam trainieren. Gemeinsame Gespräche mit Familienmitgliedern über Gefühle stärken die Bindung untereinander und verhelfen zu mehr Nähe und gegenseitigem Verständnis.
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